Timo vom Adlerstein

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Timo war noch jung an Jahren und maß eben mal eine Schwertlänge, als sein Vater Gernot in die Dienste Konrads trat.

Konrad der II. von Schlüsselberg, wie er mit vollem Namen hieß, war zu dieser Zeit Mittelpunkt, Heiligtum und Herrschaft im Wiesental. Er war bekannt dafür, ein enger Vertrauter König Ludwigs des IV., dem späteren Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation (1328) zu sein, und gewann durch seine engagierte Mithilfe bei der Schlacht von Gammelsdorf im Dezember 1315 das Stadtrecht für Waischenfeld, seinem Herrschaftssitz. 1316 verbot der König das Recht auf freien Handel im Umkreis von einer Meile um Waischenfeld und Konrad baute die Befestigungsanlage der Stadt und der Ober- und Unterburg weiter aus. An den gefährdeten Punkten der Burg und der Stadtbefestigung wurde eine Reihe von befestigten Sitzen errichtet. Diese Nebenburgen waren zumeist an schlüsselbergische Ministeriale verliehen. Eine davon an Gernot vom Adlerstein.

Der Adlerstein, östlich von Burg Neideck gelegen, gehörte ebenso zu Konrads Machtbereich wie Neideck selbst. Von hier konnte man weit in das Land blicken, denn der Adlerstein lag hoch auf einer Felsnase.

Herr Gernot, der vor seinem Dienst bei Konrad mit seiner Familie auf einem befestigten Gutshof unterhalb des Adlersteins gelebt hatte, vermisste zuweilen diese Aussicht, verlieh sie seinen Gedanken doch mehr Freiheit als er sie nun auf seinem Ministerialposten inne hatte. Dennoch ging es der Familie nicht schlecht, wenn auch die kleine Wehrstatt am weitesten von der Hauptburg zu Waischenfeld entfernt lag.

1322 zog Konrad erneut für den König in den Krieg und Gernot mit ihm. Der Herr vom Adlerstein, wie ihn Konrad später nannte, kam nicht mehr zurück. Nun war es an Timo in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und die Verwaltung der Adlerburg, wie Timo die Nebenfestung schon als Junge genannt hatte, zu übernehmen. Im Alter von 34 Jahren, also nach mehr als 10-jährigem Dienst, ehelichte er die schöne Dorothea vom Schwanensee. Sie verlagerten ihre Wohnstatt in den Süden von Nürnberg, wo sie ein Haus aus Stein erwarben. Zwei Töchter und ein Sohn sollen von hier aus einmal das Erbe antreten.

 

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