Johanna vom Stein

Wappen von Johanna vom Stein

Johanna, Frau vom Stein , war die zweitgeborene ihrer Familie, und hatte somit zunächst keinen Erbanspruch auf die Güter rund um das kleine Dorf nicht weit südwestlich von Nürnberg.

Ein steinernes Haus mit einem großen, ummauerten Hof davor und einem Pferdestall daneben zeugte vom Wohlstand der Familie. Das Oberhaupt der Familie, Ritter Johann vom Stein, hatte sich das Haus hier gebaut, weil ihm die Arbeit mit Mensch und Tier und die Bestellung des Bodens wichtiger waren , als seine Untergebenen von einer Wehranlage herab zu knechten. Ihm lag sehr an den ihm Anvertrauten, und sie liebten ihn dafür.

Einzig sein Erstgeborener und späterer Erbe, Bernhard, bereitete ihm Sorgen. Der ungestüme, junge Geist seines Sohnes suchte ständig die Herausforderung und provozierte Land und Leute mit seinen unüberlegten Worten. Dennoch hatte er auch seine Anhänger. Eines Abends setzte sich Bernhard an den Tisch zum Essen und verkündete, dass er das Gut verlassen und sein Glück in der Ferne suchen wollte. Die Entscheidung, ihm seine Zustimmung dafür zu geben viel dem in die Jahre gekommenen Ritter nicht schwer.

Doch für Johanna würde dies bedeuten, dass ihre Erziehung, die eigentlich ein Leben in einem Kloster beinhalten sollte, eine andere Wendung nehmen musste. Ihre Fähigkeiten in häuslichen Angelegenheiten, kamen ihr dabei durchaus zugute, und schon bald, konnte sie die Aufgaben der Verwaltung besser übernehmen wie ihr Herr Vater. Besonders der Umgang mit dem Geld und der Versorgung des Hauses und der Menschen mit den wichtigsten Gütern lag ihr sehr am Herzen. Wann immer es ihr möglich war, besuchte sie mit ihrer Kammerfrau und einigen Dienern die großen Märkte in Nürnberg und Umgebung.

Eines schönen Tages im Spätherbst, war es einer dieser Marktbesuche, der die Bestrebungen ihres Herzens, ganz plötzlich in eine andere Richtung lenkte. Sie stöberte bei einem Tuchhändler und suchte zwischen den aufgehäuften Ballen aus Wolle und Leinen nach der rechten Farbe, als sie unvermittelt von hinten angestoßen wurde. Zunächst, wollte sie sich über das rüpelhafte Verhalten der Person die sie da angestoßen hatte beschweren, doch als der Mann seine Einkäufe vom Boden aufgelesen hatte und sich nun untertänigst für das Missgeschick entschuldigte, konnte Johanna ihren Blick nicht mehr von seinen Augen nehmen. Doch schließlich, wurde sie von Ihrer Kammerfrau darin unterbrochen. Mit einem Lächeln versprach sie dem Herrn zu Wolfsberg, wie er sich vorgestellt hatte, darauf noch einmal zurück zu kommen, und widmete sich dann wieder ihren Einkäufen. Der Herr jedoch stand noch eine kleine Weile da und sah ihr sehnend nach.

Wie die Geschichte weiter ging, könnt ihr bei der Beschreibung des Herrn Christian zu Wolfsberg weiter lesen.

 

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