Christoph vom Lautenberg

Wappen von Christoph vom Lautenberg

Ich bin der erste (und einzige) Sohn des Herrn zu Wolfsberg und seinem gar lieblichen Weib, der Frau Johanna vom Stein.

Nach den langen Jahren der Ausbildung als Page und der darauf folgenden Jahre als Knappe des Baron von Löwenfels, hat sich mein Leben grundlegend gewandelt. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass ich für den Kampf als Ritter hoch zu Ross nicht tauge, ich aber merkwürdigerweise sehr gut mit dem Bogen umzugehen weiß.

Da meine adelige Abstammung mich davor bewahrt, mein Leben als normaler Fußsoldat und Bogenschütze zu fristen, wurde ich sehr schnell zum Ausbilder dieses Truppenteils ernannt. Doch nicht nur der Baron, bei dem ich mich hauptsächlich aufhielt, schätzte meine Dienste. Zuweilen diente ich auch dem Herrn von Blaudrachenstein als Jagdmeister.

So durchstreifte ich nun fast täglich die Wälder, immer begleitet von einem kleinen Trupp von Bogenschützen, denn ich bin der Meinung, dass zum Schießen mit dem Bogen mehr gehört als sich hin zu stellen und mit dem Pfeil auf eine unbewegliche Scheibe zu schießen. Die Siege über unsere Feinde und die ausgezeichnete Pflege unserer Jagdreviere bestätigten uns in unserem handeln. So blieb das einige Jahre und wir lebten gut und zufrieden. Doch es langweilte mich.

Eines schönen Tages im Mai, zog ein Trupp fahrender Leute durch unser Burgtor und boten uns gegen entsprechende Verpflegung von Mensch und Tier an, für uns aufzuspielen und etwas Kurzweil zu verbreiten. Wir hatten schon das eine oder andere Mal einem Sänger unser Gehör geliehen und so wurden wir auch mit diesen Leuten schnell handelseinig. Die Männer und Frauen spielten und tanzten, sangen und spaßten gar vortrefflich und ein Gefühl das in mir aufstieg sagte mir, ich sollte es ebenfalls ein Mal mit der Musik probieren. Ich bat den Lautenspieler mir seine Griffe zu zeigen die mir schon bald wie selbstverständlich von der Hand gehen sollten. Dies erfreute mich außerordentlich und so wollte ich mehr. Ich bat meinen Vater mich für einige Zeit mit den Spielleuten ziehen zu lassen um meine Fähigkeiten zu perfektionieren, doch er hielt das zunächst nicht für meinen Ernst. Doch nach einigen Tagen klagenden Flehens ließ er mich ziehen.

So spielte ich die nächsten drei Jahre mit den Spielleuten und gewann an Fähigkeit und die Laute wurde "mein" Instrument. Doch eines schönen Tages, ich weiß gar nicht wie uns geschah, wurde die Spielmannstruppe aufgelöst und ein jeder musste seines Weges gehen. Ich kehrte in mein Elternhaus zurück, doch nicht für lange. Ich wollte selbstständig sein und das setzte ich auch durch. Meinem Vater war dies zunächst nicht recht, doch schließlich willigte er auch hierfür ein. Und so ziehe ich nun durch die Lande und bringe denen die es hören wollen, meine Lieder dar.

Hier möchte ich nun enden und kann nur noch sagen; möge der Herr seine Hand schützend über uns halten.

Es grüßt Euch

Christoph vom Lautenberg

 

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