Marktbericht Sagenfest Kammerstein (2014)

Am 1. Mai besuchten wir, die Frau vom Stein, der Herr vom Lautenberg  und ich, zum ersten Mal das Sagenfest in Kammerstein.

Wir hatten schon in früheren Jahren immer wieder von dem Fest gehört, so wollten wir, nachdem entsprechende Zeit und halbwegs passendes Wetter (zumindest lt. Wetterbericht) vorhanden war, endlich dieses Fest einmal besuchen.

Nach einer kurzweiligen Anfahrt und ein wenig Parkplatzsuche stürzten wir uns in "Räuberzivil" ins

bunte Treiben. Als erstes trafen wir auf verschiedene Marktstände mit allerlei Essbarem. Eine gute Auswahl verschiedener Speisen war zu finden, also garantiert für jeden etwas dabei. Weiter ging es dann vorbei an verschiedenen Händlern und Handwerkern mit allerlei unterschiedlichen Waren bzw. historischem Handwerk. Besonders zu erwähnen finde ich die Schmiede von "Frankenhammer", die doch immer wieder etwas besonderes ist (man kennt sich seit Jahren und so ist ein kleiner Plausch doch immer Pflicht). Ebenso den Töpfer, der mit unheimlichen Geschick verschiedenste Artikel "Freilufttöpfert" und mit einer Engelsgeduld die vielen Fragen und Bemerkungen der Besucher und Kinder beantwortet hat.

Nach den ganzen Händlern und Handwerkern lockte der Rundgang durch die Lager, welcher sich quasi nahtlos an den letzten Händler anschloss. Nachdem die Händler und Handwerker links und rechts eines Kopfsteinpflaster - Teerweges gestanden hatten, traf man nun auf ein ganz anderes Bild. Der Platz der Lagergruppen war ein Zwitter zwischen Wiese und Feld (zumindest konnte ich die Örtlichkeit nicht genau differenzieren). Ein Teil des Geländes war ziemlich Schräg, was mich sofort an Wiese 2 in Herzberg erinnert hat. Die dort lagernden Gruppen taten mir etwas Leid, denn ich weis, was es heist, schräg zu lagern und zu schlafen.
Der Rest war dann ziemlich gerade, was bei den Wettervorhersagen der bessere Teil zu sein schien. Trotzdem fand man allerorts vor den Lagern vorsorglich gezogene Wassergräben, um die Lager auch bei Regen halbwegs trocken zu halten. Auch ein paar befreundete Gesichter waren bei den Lagern zu finden und so dauerte der kleine Rundgang dann doch etwas länger, da man natürlich gerne mit den bekannten Lagern plauderte.

Danach ging es wieder an einem Teil der Händler und Handwerker vorbei ans Feuerwehrhaus. Dort befanden sich dann etwas neuzeitliche Verpflegungsstände, Getränkeausschank und die große Bühne.
Anscheinend hatten wir unbewusst den Zeitpunkt dort anzukommen günstig gewählt, denn kurz nachdem wir auf den bereitstehenden Biergarnituren Platz genommen und uns mit Essen und Getränken versorgt hatten, begann auf und an der Bühne das Programm. Die Show vom "Eisbär", welcher zusammen mit einem Helfershelfer seine Qualitäten als Fakir zum besten gab (wenig Feuer, dafür jedoch Dolche schlucken bis zum Bauchnabel, sowie gehen und liegen auf Glasscherben mit zerschlagen von Betonplatten auf dem Körper), ein Umzug der Lagergruppen - begleitet von einem kleinen Musikerhaufen und Schaukampf wurden geboten. Alles in allem sehr unterhaltend für die Besucher.
Nur beim Schaukampf hatte ich das Gefühl, die Zuschauer wussten nicht wirklich, wer sich gerade mit wem und warum geprügelt hat. Vielleicht hätte man den Schaukampf für die Zuschauer durchgehend etwas moderieren sollen

Kurz danach, das Essen und die Getränke (incl. Nachschub) waren verzehrt, begann es im Himmel zu donnern und so suchten wir - um nicht von oben nass zu werden - unser Heil in der Flucht zum Parkplatz. Ob es dann noch geregnet hat, kann nicht bezeugt werden, denn bis wir fuhren, war dem nicht so.

Fazit:
Alles in allem haben wir einen sehr schönen Nachmittag in einer sehr gepflegten Gemeinde Kammerstein und auf dem Sagenfest verbracht. Sehr positiv ist uns aufgefallen, dass man auf Wegezoll (Eintritt) verzichtet und dafür lediglich zwei Spendenbäume aufgestellt hat. So konnte jeder nach seinem Geldbeutel eine Spende hinterlassen.
Die Auswahl an Händlern, Handwerkern und Lagern empfand ich als gut, wenn auch nicht immer alles stimmig war. Für die "A" - Fraktion unter den Mittelalterbegeisterten ist dieses Fest nicht zu empfehlen, denn bei diesen Personen wäre der Herzinfarkt vorprogrammiert.
Ich glaube jedoch nicht, dass der Veranstalter für dieses Fest den Anspruch hat, alles möglichst "A" zu gestalten. Und Recht hat er damit. Es muss auch andere Feste und Veranstaltungen geben, die nichts mit musealem Charakter zu tun haben, sondern einfach dem Besucher ein paar schöne Stunden in ausergewöhnlichem Ambiente bieten.
Insgesammt ein Lob an den Veranstalter, der an einem schönen und gepflegten Ort ein nettes, kleines aber gemütliches Fest in historischem Ambiente geschaffen hat.

CzW