Heerlager Burg Herzberg (2006)

Seyd gegrueszt liebe Reisende, die ihr den Weg auf unsere Seiten gefunden habt.

Hier und heute berichte ich euch von neuen Taten und Legenden über die Domini Francorum

Es begab sich zu der Zeit des 5. Tages des Monats Juley, da sich

die Herren der Franken noch immer auf der Suche nach dem Wege in ihre Sommerresidenzen in Apulien befanden, da erreichte sie der Ruf des Herrn von Burg Herzberg, der zu Schmaus und Mummenschanz lud, aber auch ein Turney für wackere Recken abhalten wolle, so sie sich denn noch in der Heimat befanden.

Und wir, die Herren von Franken, waren ja noch da. Wenn auch nur notgedrungen. Also wendeten wir unsere Rösser und Wagen, unsere Weiber mit ihren Tagen, unsere Kinder und Pagen und fuhren gen Norden zur Burg Herzberg, dem Stammsitz derer von Dörnberg.

Schweißgebadet von den Plagen der Reise und den Unbilden einer gnadenlos auf uns herabbrütenden Sonne, erreichten wir die Heerstatt nahe dem kleinen Ort Breitenbach.
Wie von Peitschenhieben angetrieben, errichteten wir die Zelte und unser schönes, Schatten spendendes Sonnensegel auf dem Platze der für uns bereitgehalten worden war. Hierfür sei dem Grafen noch ein Dankeschön hinterdrein gerufen.

       

Gen Abend zogen dicke Wolken übers Firmament. Sie kündeten von Abkühlung, aber auch von schwerem Gewitter mit viel Blitzschlag und einem kräftigen Donnerwetter von oben. Der Herr möge mir meine Worte verzeihen, aber er wird schon wissen was er da auf uns herab schleudert. Wahrscheinlich hatten es einige unserer Mitlagernden ja verdient.

Nun ja, wir überlebten.

Des Nächtens etwas nass geworden, war uns tags darauf das Wetter wieder hold und die Sonne verwöhnte uns erneut mit ihrer Zier. So schwitzten wir erneut.

Am 8. Tage hatten wir zu tun, denn am 7. sollten wir ja ruh´n…
Oh nein, verzeiht, das war ja eine andere Geschichte.

Dennoch, am 8. Tage des Juley, so wollte es der Herr Graf, sollte noch vor der Mittagsstunde der Markt geöffnet und dem Volke Einlass gewährt werden. In den Nachmittagsstunden wurde ein Turney hoch zu Ross auf dem Plane abgehalten, den so mancher Recke nicht mehr auf seinem Pferd verließ. Später dann, zur Abendstund, konnten die Recken sich im Schwertkampf und bei einem Übungssturm auf die Mauern der Herzberg noch ein Mal beweisen. Dies Spielchen wiederholte sich auch noch am 9. Tage.

Am 10. packte uns die Reiselust erneut und wir brachen unsere Zelte auf Herzberg wieder ab. Erneut machten wir uns auf den Weg in den Süden, doch wurden wir auf halbem Wege voneinander getrennt, denn wichtige Angelegenheiten warteten auf uns in der Heimat, die keinen Aufschub duldeten.

Nun werden wir für diesen Sommer wohl nicht bei den Italienischen einfallen, denn kaum zuhause angekommen, erreichte uns bereits ein Schreiben des Herrn von Rabenstein, der uns für das erste Wochenende im August erneut auf sein Land einlud, und wer wären wir, die Herren von Franken, schlugen wir eine solche Einladung in den Wind. Italien wird morgen auch noch da sein, und der rote Wein, den wir den Sizilianern auf ihrem Weg nach Genua abnehmen, wird uns dann auch noch munden.

Mit diesem Sinne im Kopf, möchte ich nun hier schließen. Die Tage bis Rabenstein sind gezählt so wie unsere Tage auf Erden gezählt sind und so sage ich, wir sehen uns am 4. Tage des August auf Rabenstein im schönen Ahorntale wieder. Dort werden wir die Bäuche in die Sonne recken und von Dolce Vita uns verwöhnen lassen.

Gegeben zu Würzburg
Am 13. Tage des Monats Juley

Blaudrachenstein