Marktbericht Minnesang und Schwerterklang (2006)

Auf Botenlauben zu Ritanswisen

Es gab da eine Zeit zu Botenlauben,
auf den Dächern saßen Fink

und Tauben.
Sie lauschten still dem schönen Klang,
wenn Graf Otto für seine Liebste sang.

Frau Beatrix de Courtenay-Edessa,
fand es dennoch wohl und besser,
sollt singen, dichten und Minnelieder reimen,
zu Botenlauben all der Dichter feinen.

So lud man schnell, ich halt´s für wahr,
die Größten alle aus der teutschen Dichterschar.
Zu Ritanswisen zogen sie heran,
zu schlagen Land und Leut in ihren Bann.

Herr Wolfram von und zu Eschenbach,
ein Meister in seines Dichtens Fach.
Und Herr Neidhart der vom Reuenthal,
sangen Lieder, spöttisch frei und ohne Qual.

Auch Herr Walter war zu Gast auf Botenlauben,
und der versteht sein Handwerk, das könnt ihr gut mir glauben,
trat an in diesem Wettstreit schöner Kunst,
zu gewinnen all der Gäste hohe Gunst.

Und was so farbenprächtig hat begonnen,
ward bald wie Sand in unsrer Hand verronnen.
So schwiegen nun die großen Dichter,
und alles blickte auf die Richter.

Sie sagen, der Sommer sei da, die Freude sei gekommen,
und ich soll fröhlich sein wie einst.
Das Fest ist vorüber, die Zeit ist gar schnell verronnen,
und noch heut hör ich die Dichter wie einst.

Und hier noch einige Impressionen:

Gegeben zu Würzburg am
20. September anno 2006

Blaudrachenstein