Marktbericht Mittelaltermarkt zu Burg Abenberg (2004)

Seid gegrüßet all ihr edel Leut, Ritter und Vaganten,

und lasset mich berichten von dem Ereignisse dass sich da hat zugetragen am 7. und 8. Tage des Aranmanoth (Erntemonat/August) anno 2004, in den

Marken des Grafen zu Abenberg und dessen Burg.

Viel fahrend Leut, Schergen und Söldner, Gaukler und Vaganten hatten sich auf dem Plane unterhalb der Burg eingefunden, um für diese Tage einen vom Herrn Grafen angekündigten Markt abzuhalten.

Viel Handel wurde da getrieben, und fein Spezerei unter die Leut gebracht. Der Gaukler verstand sein Handwerk trefflich, und das Feuerspiel der Menschendrachen war ein Genuss für die Augen bei Nacht.

Selbstredend, dass solch ein Spectaculum auch das einfache Volk von nah und fern anzog, so dass schon zu der Mittagsstunde ein reges Treiben auf dem Plane zu sehen war.

Zur Eröffnung des Marktes ritten gar der Herr Graf selbst, nebst Gattin zu Pferde auf dem Plane ein, wo auf seine Zustimmung hin der Marktvogt Christian zu Wolfsberg mit wohl gesprochenen Worten diesen in seinem Namen eröffnete.
Nachdem Graf und Gräfin sich in Begleitung ihrer Wachen wieder auf ihre Burg zurückgezogen hatten, kündigte Herr Christian den ersten Höhepunkt dieses Marktes an, den Gaukler und Seiltänzer Vittorio, der mit seinen akrobatischen Kunststücken das Publikum wohl zu verzaubern wusste.

Später dann, sollte die Darstellung des Dramas um die junge Gräfin Stilla, die einst in diesen Mauern weilte, dem Publikum näher gebracht werden. Gar lange war sie unentschlossen, sich für den richtigen Mann zu entscheiden, und gar viele Bewerber mussten in einem Zweikampf um sie werben. Doch entscheiden konnte sie sich leider nicht, und weihte daher ihr unentschlossenes Leben dem Glauben an Jesus Christus und der heiligen Jungfrau Maria und begab sich bis an ihr Lebensende in ein Kloster.

Zu nachtschlafender Zeit erklangen noch ein Mal Trommeln und Musici auf dem Plane, und die menschlichen Drachen von Orient Knights gaben ihr feuriges Schauspiel zum Besten. Mit Können und Bravur wirbelten sie brennende Fackeln durch die Luft, und spieen gar gewaltige Feuerzungen gen Himmel, auf dass ein Mönch der sich gerade zu dieser Stund auf den Mauern der Burg befand und hinab sah, meinte, die Pforten der Hölle hätten sich aufgetan und der Teufel selbst würde mit seinen Schergen von dort unten empor steigen um die Welt nun in Besitz zu nehmen.
Den musikalischen Rahmen bildete bei diesem Feste die allseits beliebte, und aus dem Süden unseres schönen Landes stammende Gruppe, Circulum in Taberna, die mit viel Trommeln und Sackpfeifen, aber auch mit feiner Stimme ein jedwedes Ohr erfreute.

Und so hatte ein jeder, der diese wirklich schöne Burg an diesem Wochenende besuchte, seine wahre Freude erleben können. Ich für meinen Teil schätzte die gemütliche und familiäre Atmosphäre an diesem Wochenende sehr, und bedanke mich hiermit sehr herzlich, bei den Veranstaltern, dass ich dabei sein durfte.

Noch ein paar letzte Worte seien mir gestattet :
Der Herr Graf, ein wirklich gutherziger aber armer Mann, hat dieses Markttreiben zwar befürwortet, aber die Organisation wäre ihm dann doch zu viel gewesen. Deshalb hat er diese Aufgabe in die bewährten Hände der Marktorganisation Havel aus Nürnberg gelegt, welche mit viel Geschick und Sachverstand diesen Markt zu Tage förderte. Hierbei sei noch erwähnt, das der dort tätige Marktvogt aus der Gruppe Domini Francorum stammt, ebenso wie die Darsteller des gräflichen Paares und die Helfer Knappe Christoph und Knappe Jörg.

Es würde uns freuen, wenn wir im nächsten Jahr wieder auf diesem Markte zu Gast sein dürften , und so verbleiben wir,

Alexander v. Blaudrachenstein

Ritter

gegeben zu Würzburg am 11. Tage

im Monat August anno 2004