Marktbericht Burg Rabenstein (Fronleichnam 2013)

Zu Fronlichnam ward es wieder einmal soweit. Der Burggraf zu Rabenstein hat geladen und wir sind - wie schon so oft - gerne dem Ruf gefolgt.

Die Wetterpropheten hatten uns zwar gar eindringlich vor der Reise gewarnt - es solle wohl bald der jüngste Tag anbrechen, denn der Herr

schickt wohl Sturm und Regen in rauhen Mengen, so sagten sie - doch gerade dem Burggrafen von Rabenstein, mit dem uns über die langen Jahre ein freundschaftliches Band verband, konnten wir schlecht absagen. Und so brachen wir bei strahlendem Sonnenschein aus unseren Burgen auf , trafen vor Ort zusammen und schwitzten gar gewaltig beim Aufbau unseres kleinen Reiselagers.

Leider erreichte uns dann eine Brieftaube von unseren Freunden aus Würzburg, die ihre Teilnahme absagen mussten. In Würzburg hatte anscheind der Weltuntergang begonnen und die Freunde wollten dann doch lieber in den Gottesdienst gehen und versuchen, durch ihre Gebete den Herrn zu besänftigen, als die Reise nach Rabenstein anzutreten.

Nach einer erholsamen Nacht begann dann das Fest, eröffnet und ständig begleitet durch den Herold, welcher aus unseren Reihen kommt.

Auch das Wetter war ganz in Ordnung. Gut, es war etwas kühler geworden und hie und da gab es ein paar Regentropfen, aber davon ließen wir uns den Tag nicht verhageln.

Es gab ja auch so vieles zu entdecken:

Viele Handwerker und Händler waren wieder von nah und fern gekommen, hatten viele Waren dabei, die man sich, wenn man nur etwas mehr in der Geldkatze hätte, auch reichlich mitnehmen hätte können, aber auch viele Bekannte, die man schon oft auf diesem Markte getroffen hatte, fanden sich ein und so wurde ausschweifend palavert und geratscht, gescherzt und getrunken, bis der letzte schon bei Morgengrauen in sein Zelt gewankt ist.

In der Nacht zum Freitag begann es dann zu regnen. Tja, was soll ich sagen, auch an den anderen Tagen und Nächten hat es nicht aufgehört, nein, es wurde noch von Tag zu Tag mehr und schlimmer, so dass am zweiten Tag ein gehen ohne Trippen unmöglich war, wollte man sich sein Schuhwerk nicht zur gänze ruinieren. Am dritten Tag war ein gehen eigentlich gar nicht mehr möglich, eher rutschen oder schlittern auf der vollig durchweichten Wiese war angesagt. Findigen unter den Lagernden konnte aber auch das nichts anhaben und so wurden kurzerhand ein paar Skier gebaut, mit denen ein Weiterkommen im Morast erheblich einfacher, aber auch sehr lustig anzuschauen war.

Der Herr hatte kein einsehen mit uns und so zog das Wasser seine Kreise unter den Zelten hindurch, überschwemmte so manche Koch - und Feuerstelle, rann oben in die Kotte hinein und aus den Schuhen wieder hinaus, sorgte aber auch für fröhliche Momente, wenn sich wieder einmal einer vor dem Lager unfreiwillig lang gemacht hatte.
Jaja, wer den Schaden hat...

Da die Wiese so sehr aufgeweicht war, konnten die Fuhrwerke am Sonntag nur bedingt einfahren, was so manchen Händler oder Lagernden dazu bewog, sein Hab und Gut barfuß aus der Wiese hinaus zu tragen. Nur diejenigen, deren Wagen schon auf der Wiese standen, harrten aus, bis des Burggrafen Leibeigene mit großen Gespannen kamen und diese langsam hinauszogen.

Auch wir, die wir auf den Montag gehofft hatten, hatten Pech und so dauerte das Abbrechen unseres Reiselagers ungewöhnlich lange.

Aber alle sind wieder gut und heil auf ihren Stammburgen angekommen, keiner wurde krank oder ist gestorben, so dass wir gerne dem erneuten Ruf des Burggrafen, dessen Ruf uns für den August bereits ereilt hat, folgen und dann bei hoffentlich vieeeeel besserem Wetter ein Wiedersehen mit Rabenstein und all unseren Freunden und Bekannten feiern werden...

Impressionen des Marktes sind in unserer Galerie zu finden: Burg Rabenstein (1) 2013

CzW