Marktbericht Burg Rabenstein (August 2013)

Wohl an denn, so will ich euch heute von unserem zweiten Aufenthalt in diesem Jahr unseres Herrn anno 2013 auf Burg Rabenstein im Ahornthale berichten.

Vorbei an der schönen Kaiserpfalz zu Forchheim, zogen wir mit unserem Tross hinein in die wunderschöne

Wildnis der heute so genannten "Fränkischen Schweiz" ein. Doch barg diese wunderbare Fülle an Bäumen und Wiesen und Wäldern auch ihre Schattenseiten. Wenn wundervoll dahinschlängelnde Bächlein mit saftig grünen Auen die Reisenden zum Verweilen einluden, so war dem findigen Reisenden wohl gut geraten sich beim Antrieb seiner Pferde tunlichst zurück zu halten, denn in diesen Wäldern gab es ein kleines widerliches Völkchen das sich mit Vorliebe an unübersichtlichen Wegbiegungen heimlich im Dickicht kauernd versteckte, um dem Reisenden sodann auf heimtückische Weise aufzulauern und ihn um seine Geldkatze zu erleichtern. Das Volk das so schändliches tat war der „Gemeine Waldbüttel"! Wir jedoch schlugen diesen Tunichtguten ein wunderbares Schnäppchen und ließen unseren schwer beladenen Tross die Führung übernehmen. So konnte der Büttel nur gelangweilt aus seinem Gebüsch hervor lugen und sich in seiner grün-braunen Uniform schwarz ärgern. Und wir erreichten die Festung Rabenstein ohne jede Belästigung.

Entgegen dem feuchten, nassen und knietiefen eisig kalten Schlammflüsse des ersten Markttreibens in diesem Jahr, mir deucht, es war so Ende Mai, Empfing uns zu Beginn des Monats August ein kräftig warmer Sonnenschein. Unsere Vorhut hatte arg zu schuften und so manches Rinnsal das man lieber gut gekühlt genossen hätte, rann den Männern und Frauen beim Aufbau des Lagers heiß den Buckel hinunter. Dafür wollen wir ihnen dankbar sein!

Auf dem Plane vor der Burg Rabenstein füllten sich die Lücken immer mehr. Händler und Handwerker schlugen ihr Lager und ihre Verkaufsstände ebenso auf wie auch die Mannen des fahrenden Volkes, Gaukler und Spielleute.

Aus Nah und Fern kamen Ritter mit ihren Knechten, Bauern mit ihren Familien, Schreiberlinge, Hospitaliter und Pfaffen, Mägde und Bader und Kinder reichlich an der Zahl.

Ein großes Fest sollte es geben. Man traf sich, altbekannt und neu gefunden. Tauschte Geld und Gold gegen mannigfaltig Waren die da feil geboten wurden. Geschmeide aus feinstem Gold und Silber, Stoffe aus erlesenen Materialien, Wolle von feinster Qualität von Schafen geschoren wie man sie hierzulande nie zuvor gesehen hatte.
Der Schmied hämmerte ein monotones Lied auf seinem Amboss und zauberte kunstfertige Waren wie Messer und Schwerter, aber auch Einfaches wie Nägel und Hufeisen zum beschlagen der Pferde, oder schmiedeeiserne Beschläge für Truhen, Türen oder Schilde.

Und allgegenwärtig hörte man die Stimme des Marktschreiers! Oh, verzeiht, man nennt ihn hier den Herold. Er macht seine Sache wohl gut, denn er tut dies schon seit einigen Jahren.

Von Zeit zu Zeit schaut er bei uns im Lager vorbei und genehmigt sich einen Humpen Bier um die Hitze aus dem Körper zu vertreiben. Und wenn er so da steht und trinkt und rülpst weil ihm der Trunk gar trefflich mundete, denke ich bei mir; Den kennst du doch!. Und Recht habe ich, denn er ist einer von uns, ein Dominus der Franken.

Nun denn, die Tage vergehen wie immer viel zu schnell und die Nacht umfängt uns mit ihrer warmen Düsternis. Doch hier braucht man nicht furchtsam wie auf manch einsamen Gehöft die Türen und die Fensterläden zu verschließen wenn die Nacht herein bricht, denn der ganze Festplatz wird nun von hunderten von Kerzen und Lichtern erleuchtet. Männer und Frauen finden in ihren oder in fremden Lagern zusammen, essen, trinken und schwatzen darüber was der Tag oder die Zeit da man sich nicht mehr gesehen hatte, gebracht hat.

Bier und Met flossen in Strömen es wurd geschäkert und gelacht und zu manch einer Zeit hörte man da und dort einen Spielmann seine Weisen zum Besten geben. Wir, die Domini Francorum, feierten in diesem Jahr auf diesem Feste unser zwanzigjähriges Bestehen. Mit Freude aber auch mit ein wenig Wehmut gedachten wir der Leute die einst zu uns gehörten und die uns wieder verließen. Manch einer ging viel zu früh von uns. Doch Trübsal blasen galt hier nicht und so aßen und tranken wir mit unseren Freunden bis spät in die Nacht hinein.

Und viel zu schnell war das Fest wieder vorbei. Man verabschiedete sich von Freunden und Bekannten und gelobte, sich im nächsten Jahr wieder an dieser Stätte zusammen zu finden und vielleicht hatte Petrus da oben im Himmel ein Einsehen und schenkte uns wieder ein schönes Wetter.

Ein paar optische Eindrücke findet man in unserer Galerie: Burg Rabenstein (2) 2013

Gegeben am 10 Tage des Herrn im Erntemonat anno 2013

Blaudrachenstein